EINSICHT DER PFARRBÜCHER (MATRIKEN)

Gemäß den Anordnungen des Erzbischöflichen Ordinariates geben wir hier folgende Informationen und Regeln bekannt:

Mit Ende des Jahres 2015 wurde die Digitalisierung aller Matrikenbücher der Pfarren der Erzdiözese Wien vom Beginn der Aufzeichnungen bis einschließlich 1938 abgeschlossen (in den meisten Fällen beginnen die Aufzeichnungen Anfang des 17. Jahrhunderts. Für die Zeit davor gibt es kaum Material). Die Matrikenbücher können nun online eingesehen werden: http://www.matricula-online.eu

Für Familien- und Ahnenforscher ist nun eine Einsicht in die Originalmatrikenbücher nicht mehr nötig. Die meisten Pfarren haben überdies ihre Bücher an das Archiv der Erzdiözese in Wien übergeben; d. h. vor Ort sind keine Bücher mehr vorhanden, die Sie einsehen könnten.

Aufgrund der gesetzlichen Sperrfristen sind die Geburts- und Taufbücher nur bis einschließlich 1915 einsehbar; die Trauungs- und Sterbebücher bis zum Ende der „Altmatriken“ (1938). Von 1916 bis 1938 sind die Antragsteller an das Diözesanarchiv verwiesen (1010 Wien, Wollzeile 2; Tel. 0043-1-515 52 / 3673; daw@edw.or.at), wo sie Auskunft erhalten. Ab 1. August 1938 (Trauungen) bzw. ab 1. Jänner 1939 (Geburten und Sterbefälle) sind für Personenstandseintragungen ausschließlich die staatlichen Standesämter zuständig.

Nur die Ausstellung von Personenstandsurkunden bzw. „Wortgetreuen Matrikenauszügen“ sowie von Taufscheinen aus den Büchern erfolgt in rechtlich begründeten Fällen auch weiterhin ausschließlich durch das örtlich zuständige Pfarramt.

Zu Anfragen wegen Familienforschung
Wir haben in Mailberg keine Pfarrsekretärin (auch keinen Pfarrsekretär), und das Büro ist nicht durchgehend besetzt (s. Erreichbarkeit des Pfarrers und Kanzleizeiten in der aktuellen Gottesdienstordnung). Wenn Sie Auskünfte zu Ihrer Familienforschung wünschen, sollten Sie dies bedenken und zudem wissen, dass das Studium der Bücher fallweise sehr schwierig ist: Manche frühere Pfarrer hatten eine heute kaum noch leserliche Handschrift, vieles ist auf Latein verfasst. Es mag also sein, dass die Beantwortung Ihrer Fragen eine mehrstündige Arbeit verursachen würde. Die Zeiten, in denen die Pfarrer dafür Muße hatten, sind leider vorbei. Sie müssten sich also gegebenenfalls selbst nach Mailberg bemühen oder jemanden beauftragen. Der beste Zeitpunkt für eine eventuelle Einsicht in die Pfarrbücher ist die Kanzleizeit. Außerhalb dieser muss nach den geltenden Vorschriften eine Aufsicht organisiert werden und Sie können auch nur ein einzelnes Buch einsehen, nicht aber generell Zugriff auf alle Bücher haben.

Was die Nachforschungen von Rechtsanwaltskanzleien o. ä. zu Nachlassangelegenheiten betrifft: Ich sehe nicht ein, dass wir Pfarrer kostenlos arbeiten und Daten zuliefern für Unternehmen, die ihrerseits für jede Stunde Beratung stolze Honorare berechnen. Auch hier gilt: Bemühen Sie sich selbst nach Mailberg oder beauftragen Sie z. B. Studenten mit der Sache, die sich über ein Honorar freuen.