Firmung

Was ist die Firmung?
Die Firmung ist das Sakrament,
das die Taufe vollendet
und in dem der Mensch mit der Gabe des Heiligen Geistes beschenkt wird.

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Was geschieht in der Firmung?
Äußerlich geschieht dies:
Ein Mensch tritt vor den Spender der Firmung hin.
Dieser salbt ihn mit dem Chrisam-Öl, legt ihm die Hände auf und betet dazu.
Innerlich geschieht dies:
Wenn sich ein Mensch für das Leben als Kind Gottes entscheidet und um Gottes Geist bittet und das Sakrament der Firmung (Salbung, Handauflegung, Gebet) empfängt, erhält er die Kraft,
Gottes Liebe in der Welt zu bezeugen. Er ist nun ein vollgültiges, verantwortliches Mitglied der Katholischen Kirche.

Die moderne Kirche braucht Frauen und Männer, denen es ernst ist mit dem, was sie tun und die Verantwortung übernehmen. Wer nur deswegen die Firmung empfangen will, weil es die Eltern wünschen, weil es so Brauch ist oder weil er sonst später nicht Taufpate sein kann, der sollte es vielleicht lieber sein lassen; es sei denn, der Unterricht kann seine Meinung verändern.

Die Firmlinge melden sich bis zum Ersten Adventsonntag für den Unterricht an. Die Pfarre erwartet, dass sie dann zweimal im Monat an der Sonntagsmesse teilnehmen und einmal im Monat an einer Werktagsmesse. Der Firmunterricht wird im Jänner beginnen. Also: erstens Vorstellung, zweitens Probezeit, dann womöglich Zulassung zum Unterricht.

Zum Unterricht:
A) Es wird eine Firmmappe geben. Bei den Sonntagsmessen, die in der monatlichen Gottesdienstordnung als verpflichtend gekennzeichnet sind, wird an die Firmlinge Unterrichtsmaterial ausgegeben.

B) Über dieses Material wird vor der Firmung ein Examen gehalten (wie es in vielen Pfarren seit Langem der Fall ist).

C) Wer mehr als zehn Mal beim Unterricht oder den verpflichtenden Gottesdiensten fehlt (egal, ob entschuldigt oder unentschuldigt), dem gebe ich nicht meine Unterschrift auf dem Firmschein: Er ist nicht ausreichend vorbereitet.

D) Die Teilnahme der Firmlinge an den Sonntagsgottesdiensten ist für die ganze Pfarre wichtig. Der mündige Christ gibt ein gutes Beispiel; im Zentrum seines religiösen Lebens steht die Feier der Eucharistie; die Missachtung des Sonntags ist eine schwere Sünde; durch die Teilnahme am Sonntagsgottesdienst zeigen die Firmlinge, dass ihnen das Gebet und die Pfarrgemeinde wichtig sind.

E) Die Mitfeier aller Gottesdienste der Karwoche und des Osterfestes (Palmsonntag, Gründonnerstag, Karfreitag, Osternacht) ist absolut verpflichtend. Ich bitte, das auch bei den Urlaubsplänen zu berücksichtigen. Die Firmlinge, die zu Ostern unbedingt verreisen müssen, werden sich vom Pfarrer ihres Ferienortes die Teilnahme an wenigstens zwei Gottesdiensten der Karwoche schriftlich bestätigen lassen. Entsprechende Formulare teile ich aus.

F) Die Firmlinge übernehmen einen sozialen Dienst in der Gemeinde Mailberg. Der Christ tut Gutes für andere Menschen (Ministranten tun diesen Dienst bereits).

G) Folgende Gebete sind auswendig zu lernen: das "Vater Unser", das "Gegrüßet seist du, Maria", der "Engel des Herrn" und das "Apostolische Glaubensbekenntnis": Der erwachsene Christ hat ein Grundwissen über seinen Glauben, das er anderen weitergeben kann, z. B. als Taufpate.

H) Bis zum Firmtermin ist der monatliche Empfang des Sakramentes des Versöhnung (Beichte) Pflicht: Der erwachsene Christ gestaltet sein geistliches Leben verantwortungsbewusst und aufmerksam. Siehe dazu im Gotteslob die Nummern 600 und folgende. Beichttermine siehe Gottesdienstordnung oder nach persönlicher Terminabsprache.

Werden diese Leistungen nicht erbracht, wird der Pfarrer auf dem Firmzeugnis nicht mit seiner Unterschrift bestätigen, dass die Firmung ausreichend vorbereitet ist.

Da die Firmung das Sakrament des Erwachsenwerdens ist, ist es naheliegend, dass die Firmlinge selbst sich mit dem Pfarrer besprechen und nicht ihre Eltern.

Die Hilfe einer „Firmmutter“ oder eines „Firmvaters“ beim Unterricht ist sehr willkommen! Allerdings macht es keinen Sinn, wenn es sich dabei um jemanden handelt, der selbst an den Gottesdiensten nicht teilnimmt und so den Firmlingen ein schlechtes Beispiel gibt.

Wir setzen voraus, dass die Firmlinge sich in der monatlich erscheinenden Gottesdienstordnung über das Pfarrleben informieren.

Diese Regeln sind bei Weitem nicht so streng wie in anderen Pfarren, wo die Firmlinge zusätzlich Gottesdienste gestalten, am Wochenende gemeinsam Seminare besuchen usw.

Für die Firmpaten ist erforderlich der Nachweis, dass sie
getauft sind (Taufschein)
gefirmt sind (entsprechender Vermerk auf dem Taufschein)
nicht aus der Kirche ausgetreten sind
und gegebenenfalls kirchlich verheiratet sind.

Zum Schluss sei darauf hingewiesen, dass der Empfang des Firmsakramentes keineswegs verpflichtend ist bzw. auch zu jedem anderen Zeitpunkt möglich ist, d. h. später, wenn sich die Kandidaten in ihrer Stellung zur Kirche vielleicht sicherer geworden sind. Niemand muss mit 13 oder 14 gefirmt werden.

„Durch das Sakrament der Firmung werden die Getauften vollkommener (als durch die Taufe) mit der Kirche verbunden; sie werden reich ausgestattet durch eine besondere Kraft des Heiligen Geistes, und sie werden strenger verpflichtet, den Glauben als wahre Zeugen Christi in Wort und Tat zu verbreiten und zu verteidigen“ (Zweites Vatikanisches Konzil).
Als Pfarrer habe ich die Pflicht, diese Lehre der Kirche umzusetzen.