Begräbnisse

STERBEN, TOD UND BESTATTUNG, TRAUERZEIT

Das Sterben
Katholiken stellen sich im täglichen Gebet und in jeder Hl. Messe den Themen Sterben und Tod. Mehrmals am Tag, beim Läuten der Glocken, wenden sie sich an die Gottesmutter Maria: „Bitte für uns, jetzt und in der Stunde unseres Todes!“ In der wöchentlichen Sonntagsmesse gedenken sie des Todes Jesu und seiner Auferstehung. Jeden Monat, am Herz-Jesu-Freitag (der erste Freitag im Monat) beten sie um eine gute Sterbestunde. Christen verdrängen nicht und lernen, dem Thema ernst, nüchtern und hoffnungsvoll zu begegnen. Sie wissen, dass der Tod aus der Natur kommt und nicht durch das Eingreifen eines grausamen Gottes.
Krankheit und Tod stellen das Verhältnis zu Gott allerdings oft auf eine schwere Probe. Krisenzeiten werfen Fragen auf – wie diese: Was erwarte ich von Gott? Dass er für mich und meine Lieben Wunder wirkt, immer wieder? Was gebe ich Gott? Was von meiner Zeit? Von meiner Energie? Wie geht das zusammen: sich nie um Gott kümmern und ihn dann anklagen, wenn etwas Schlimmes geschieht? Wer sein Leben lang unmäßig raucht und trinkt, erhöht sein Risiko, krank zu werden und an den Folgen seines Konsums zu sterben: nicht weil Gott ihm eine Krankheit schickt, sondern weil er selbst nicht Acht hatte auf sich. Wer betrunken und ohne Sicherheitsgurt Auto fährt, weil ihm sein Vater, seine Kollegen oder Kameraden sagten, so sei es „männlich“, steht im Risiko, zu verunglücken und andere ins Unglück stürzen: nicht weil Gott ihn nicht behütet, sondern weil er nicht nachgedacht hat, was wirklich männlich ist und keine Verantwortung für sich und andere getragen hat.

Eine ernste Krankheit ist immer eine Herausforderung: für den Körper, aber auch für den Charakter und die Beziehungen. Sie erinnert uns daran, dass wir eines Tages sterben werden; sie konfrontiert uns mit dem körperlichen Schmerz und der Angst, sie belastet die Beziehung zum Partner und zur Familie. Damit wir diese Prüfung besser bestehen können und nicht in der Sackgasse der Resignation landen, hat Jesus uns das Sakrament der Krankensalbung geschenkt. Sie stärkt die Seele des Menschen, der sie gläubig empfängt.
Rufen Sie in solchen Krisenzeiten den Priester, damit er mit Ihnen betet und Ihnen die Krankensalbung und vielleicht auch die Hl. Kommunion spendet.

Wir Menschen sterben auf ganz verschiedene Weise: früh oder spät, plötzlich oder langsam, ängstlich oder gefasst, allein oder begleitet. Die Kirche hat in ihrer langen Geschichte viel gelernt über das gute Sterben. Wir Katholiken wissen z. B., dass wir den Hl. Joseph um seine Hilfe bitten dürfen: Er ist der Schutzpatron der Sterbenden. Manchmal, wenn das Sterben sich quälend lange hinzieht oder das Alter zu einer einzigen Last wird, hilft das Gebet um eine gute Sterbestunde, um Frieden mit dem Tod zu machen und würdig Abschied zu nehmen.
Wir wissen auch, dass es ein Glück ist, wenn einer in der Sterbestunde nicht alleine sein muss, sondern die Nähe von vertrauten Menschen spüren und ihre Stimme hören darf. Weil es nicht immer leicht ist, in solchen Situationen die richtigen Worte zu finden, gibt es die „Sterbegebete“: Psalmen, Litaneien, Rosenkranz… Die Gebete erlangen die Hilfe Gottes, geben denen, die den Sterbenden begleiten, Halt und können das persönliche Trostwort, zu dem man vielleicht keine Kraft hat, ersetzen. Wenn Sie am Sterbebett versammelt sind und laut diese Gebete sprechen, hört der Sterbenden die gute menschliche Stimme und fühlt sich aufgehoben. Ihre Pfarre bereitet einen Folder mit solchen Gebeten vor, den wir in die Häuser schicken und in der Kirche auflegen, wo Sie ihn sich abholen können.

Denken Sie darüber nach, ob es nicht gut wäre, einen Priester zu rufen, wenn es zu Ende geht. Die letzte Heilige Kommunion oder noch einmal die Krankensalbung können den Sterbenden stärken auf dem letzten Weg. Denken Sie an die Seelennot des Menschen, der stirbt. Wenn der Ortspfarrer nicht erreichbar ist, werden die Nachbarpfarrer gerne bereit sein zu helfen.

Verständigung des Pfarrers

Es hat sich eingebürgert, dass nicht die Angehörigen, sondern der Bestatter beim Pfarrer anruft, um den Todesfall zu melden. Wir verstehen, dass das im ersten Moment eine Hilfe für die Familie sein kann. Wenn es aber so weit kommt, dass die Angehörigen es ablehnen, mit dem Pfarrer zu reden und sämtliche Absprachen dem Bestatter überlassen, wird etwas schief. Ein Pfarrer ist kein Veranstaltungsservice, den man bestellt. Sie können keine gute, tröstliche, persönlich gehaltene Beisetzung erwarten, wenn Sie den Kontakt mit dem Geistlichen vermeiden.

Da ich nicht in Mailberg wohne, sondern nur zu den Gottesdiensten hinauskomme, ist es nahe liegend, dass die Angehörigen eines Verstorbenen* nach der Sonntagsmesse mit mir über die Beerdigung reden. Es erstaunt uns alle aber immer wieder, dass viele nicht an der Messe teilnehmen (obwohl dort für die Verstorbenen gebetet wird und die Messe im Zentrum des katholischen Glaubens steht), sondern erst nach Ende der Messe zur Kirche kommen und in der Sakristei nach mir suchen. Wenn Christen erst dann zu ihrer Kirche kommen, wenn die Messe aus ist, dann aber auf einer Beerdigung mit Requiem bestehen, ist das schief und gibt ein schlechtes Beispiel. Auch in den schwierigen Momenten von Sterben und Tod tragen Sie Verantwortung für den guten Geist in Ihrer Pfarre. Dazu wurden Sie getauft!

Die Beerdigung

Um das Leben der Pfarre einigermaßen planbar zu halten und die Menschen darauf vorzubereiten, dass der Priestermangel in naher Zukunft zu einer anderen Organisation der Seelsorge führen wird, lebt die Pfarre Mailberg nach folgender 2004 vom Pfarrgemeinderat erarbeiteter Regel: Beerdigungstag ist der Freitag, weil der Pfarrer freitags in der Regel in Mailberg ist. Am Samstag finden keine Beerdigungen statt. Ausnahme: der Samstag vor dem ersten Sonntag im Monat, wenn der Pfarrer zur Vorabendmesse in Mailberg ist. Von den übrigen Wochentagen gehen Montag und Donnerstag grundsätzlich niemals wegen der Verpflichtungen des Pfarrers in Wien. Dienstag und Mittwoch sind u. U. möglich, wenn z. B. die Wartezeit zwischen dem Sterbetag und dem nächstem Freitag zu lange würde. Beachten Sie auch, dass an den Hochfesten des Kirchenjahres (die drei Heiligen Tage der Karwoche, Ostern, Weihnachten, etc.) kein Requiem gefeiert werden darf.

Für die Gestaltung der Parte und der Sterbebilder denken Sie bitte daran, Ihr christliches Zeugnis zu geben! Das zu tun, haben Sie in Ihrer Firmung versprochen. Ein Kreuz, ein christliches Bild-Motiv, eine Einladung zu Gebet (z. B. „Vater Unser. Gegrüßet seist du, Maria. Ehre sei dem Vater. O Herr, gib ihm / ihr die ewige Ruhe und das ewige Licht leuchte ihm / ihr“), der Hinweis darauf, ob der Verstorbene durch die Sakramente der Kirche gestärkt war: Mit all dem können Sie persönlich einen Beitrag dazu leisten, die christliche Kultur in Österreich lebendig zu halten. Die Bestatter können Ihnen mit Anschauungsmaterial sicher weiter helfen.

Besprechen Sie mit dem Pfarrer und dem Bestatter, ob Sie eine so genannte „Betstunde“ halten wollen. Dieser alte Brauch besteht darin, dass vor der Beerdigung, meistens am Vorabend, etwa eine halbe Stunde lang in der Kirche für den Verstorbenen gebetet wird. Mitglieder der Gemeinde übernehmen die Gestaltung. Natürlich ist es angemessen, dass die Angehörigen teilnehmen. Es ist ein Zeichen dafür, dass die Pfarre auch im Gebet zusammenhält. Üblicherweise wird diese Betstunde auf der Parte angekündigt.

Seit etlichen Jahren hat die Beerdigung in Mailberg meistens folgenden Ablauf: Der Verstorbene ist in der Schloss- und Pfarrkirche aufgebahrt. Eine gute halbe Stunde vor Beginn des Gottesdienstes kommen die Mailberger in die Kirche, um Weihwasser auf den Sarg zu geben und der Trauerfamilie zu kondolieren. Es folgt das Requiem, d. h. eine Hl. Messe für den Verstorbenen. Dann wird der Sarg durch das Dorf hinauf zum Friedhof begleitet. Auf dem Weg spielt meistens Musik (je nach Wunsch der Angehörigen). Zwischen den Stücken sollte gebetet werden. Dass man auf dem Weg oder am Friedhof nicht lautstark tratscht, versteht sich von selbst! Hätten Sie es gerne, trauernd hinter dem Sarg eines lieben Menschen herzugehen und dabei zu hören, wie hinter ihrem Rücken geplaudert wird?

Es gibt bei uns aber auch andere Möglichkeiten, die Beerdigung zu gestalten. Die schön erneuerte und stimmungsvolle Kunigundenkirche am Friedhof bietet sich für einen Gottesdienst an, – für ein Requiem oder für einen Wortgottesdienst. Sie sollten an diese Möglichkeit vor allem dann denken, wenn für Ihre Angehörigen und Freunde der lange Weg von der Schlosskirche zum Friedhof zu mühsam wäre oder wenn die Feier einen stilleren, intimeren Charakter haben soll.

Bei der Entscheidung zwischen Requiem oder Wortgottesdienst bedenken Sie Folgendes: Hätte der Verstorbene sich eine Messe gewünscht? Hat er in seinem Leben die Hl. Messe geliebt und gefeiert? Ist Ihnen selbst die Hl. Messe wichtig? Wir feiern die Eucharistie, den Tod und die Auferstehung Jesu nicht, weil es Brauch ist, sondern weil wir glauben. Nichts ist mühsamer, falscher und kränkender als eine Messe mit Menschen, die sich nichts aus ihr machen und schon lange nicht mehr wissen, wie man sie mitfeiert! In solchem Fall bietet der Wortgottesdienst mehr Freiheit, auf die persönliche Glaubenssituation des Verstorbenen und der Angehörigen Rücksicht zu nehmen.

Auf Ihre Musik-Wünsche oder andere Gestaltungsvorschläge gehen wir sehr gerne ein (Fürbitten, Lesungen aus der Hl. Schrift und andere Texte). Üblicherweise verständigt der Bestatter den Organisten. In der Kunigundenkirche gibt es keine Orgel, – aber vielleicht wäre ein anderes Instrument eine schöne Lösung?

Ich bin Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir von Ihrem Verstorbenen erzählen! Inzwischen kenne ich zwar viele Mailberger persönlich, aber eben nicht alle. Sie können mir entweder am Telefon oder bei einem persönlichen Gespräch in Wien oder Mailberg von Ihren Erinnerungen sprechen oder sie mir per Briefpost oder Mail zukommen lassen. So machen Sie es möglich, dass die Predigt wirklich von Ihrem Angehörigen handelt und nicht im Allgemeinen bleiben muss. Wenn die Beerdigung z. B. am Freitag ist, brauche ich die Informationen bis spätestens Mittwoch davor, damit ich eine Predigt schreiben kann.

Ausblick

Grundsätzlich müssen Sie damit rechnen, dass sich der Ablauf der Beerdigung in Mailberg über kurz oder lang ändern wird. Es kann die Zeit kommen, wo Mailberg keinen eigenen Pfarrer mehr hat und ein Geistlicher von auswärts kommen muss, der für eine größere Zahl von Gemeinden zuständig ist. Dieser wird die sehr zeitaufwändige Mailberger Form vielleicht nicht mehr leisten können. Es kann auch sein, dass nicht mehr der Priester die Beerdigung hält, sondern ein Pastoralassistent oder eine Pastoralassistentin. Das würde bedeuten, dass am Beerdigungstag selbst kein Requiem mehr gefeiert werden kann und der Wortgottesdienst die Regel wird. Viele Gemeinden sind schon jetzt gezwungen, ein Requiem für mehrere Verstorbene zu halten. Bevor Sie sich jetzt ärgern, fragen Sie sich, was Sie selbst dazu tun, dass es mehr Priesterberufungen gibt. Beten Sie um Priester und für die Priester? Ermuntern Sie junge Männer, Priester zu werden? Reden Sie anerkennend von den Priestern?

Das Totenmahl

Normalerweise nehme ich nicht daran teil. Warum handle ich hier anders als meine Vorgänger? Nun, diese lebten in Mailberg oder in der Nähe; ich hingegen fahre von Wien zu den Beerdigungen hinaus: Hin- und Rückweg zusammen ca. zweieinhalb Stunden Autofahrt. Ich schreibe, anders als meine Vorgänger, für jeden Toten eine eigene Predigt: ca. zwei Stunden Arbeit Minimum. Die traditionelle Form des Begräbnisses in Mailberg ist sehr zeitaufwändig: ca. zweieinhalb Stunden braucht es dafür, Vorbereitung und Nachbereitung inklusive. Das alles ist insgesamt beinahe schon ein ganzer Arbeitstag. Beim Totenmahl müsste ich mehr als eine Stunde sitzen, um nach den üblichen Höflichkeiten und Befangenheiten dann wirklich mit den Leuten reden zu können. Da ich nicht nur Pfarrer von Mailberg bin, sondern auch noch andere Aufgaben habe, wäre dieser Zeitaufwand zu groß. Ich schlage deswegen immer vor, mich doch in der Zeit nach der Beerdigung zu einem Kaffee oder einer Jause einzuladen und komme auch wirklich gerne, weil man in diesem Rahmen viel vertrauter reden kann.

Beerdigung von Menschen, die aus der Kirche ausgetreten sind, Andersgläubigen und Atheisten

Bei Getauften, die aus der Kirche ausgetreten sind, wollen wir einerseits den Willen des Verstorbenen respektieren: Er wollte mit der Kirche nichts mehr zu tun haben. Andererseits wollen wir die Angehörigen nicht alleine lassen, wenn sie sich einen Beistand wünschen. Deswegen folgen wir dieser Regel: Es gibt für Ausgetretene kein Requiem, und der Priester steht der Feier nicht in liturgischer Kleidung vor; er kann aber dabei sein, ein Gebet sprechen, einen Text aus der Bibel vortragen o. ä., wenn dies den Angehörigen hilft. Keinesfalls soll aber ein Verstorbener, der sich zu Lebzeiten entschlossen hatte, mit der Kirche zu brechen, nachträglich wieder „vereinnahmt“ werden.
Da die Gemeinde Mailberg nicht über eine eigene Aufbahrungs- oder Aussegnungshalle verfügt, bietet die Pfarre die Kunigundenkirche auch für Beerdigungen von Menschen an, die nicht katholisch waren. Es versteht sich von selbst, dass auch in diesen Fällen der Charakter des christlich-katholischen Gotteshauses respektiert wird und dass die Angehörigen sich mit dem Pfarrer in Verbindung setzen.

Die Zeit nach der Beerdigung

Viele Menschen sind ganz unbeholfen, wenn es um den Tod geht, manche auch einfach feige. Sie werden es also erleben, dass sogar gute Freunde keine Worte finden, um Ihnen Beileid zu wünschen oder dass schon nach kurzer Zeit niemand mehr fragt, wie es Ihnen geht. Vielleicht sind Sie dann enttäuscht, aber bedenken Sie, dass Wortlosigkeit nicht immer gleich Teilnahmslosigkeit oder Gleichgültigkeit bedeutet.
Nehmen Sie sich Ihre Zeit zu trauern. Jeder Mensch hat da ein anderes Maß. Beugen Sie sich nicht den Erwartungen der Umgebung, die es natürlich am liebsten hätte, nach vier Wochen wäre keine Rede mehr von Tod und Verlust. Ähnliches gilt für die Trauerkleidung. Wenn es Ihnen hilft, Schwarz zu tragen, tun Sie es und bestimmen auch selbst den Moment, in dem Sie die Trauerzeichen wieder ablegen.
Es ist ein alter Brauch, Messen für die Verstorbenen feiern zu lassen. Die ganze Kirche, vertreten durch Ihre Pfarre, betet für sie und die Zurückgelassenen. Sprechen Sie mit dem Pfarrer darüber. – In Mailberg ist es Sitte, dass die so genannte „Messintention“, d. h. das Anliegen der Messe vermeldet wird. Wenn die anderen in der Gemeinde wissen, wann eine Messe für diesen oder jenen Verstorbenen gefeiert wird, können sie leichter dazu kommen.

Erreichbarkeit des Pfarrers

Ich bin telefonisch zu erreichen unter 01-512 87 90. Wegen der Messen in Wien vormittags erst ab ca. 10 Uhr; abends nach Möglichkeit bis 20 Uhr. Donnerstags ist mein freier Tag; da bin ich nicht zu sprechen. Meine Mailadresse: pfarrer@pfarremailberg.at

Bestattungsunternehmen aus der Region (in alphabetischer Reihe)

Maria-Anna Frittum:
www.diebestatterin.at
Tel. 0676-33 55 047

Josef Schwankhart:
www.bestattung-schwankhart.at
Tel. 02943-31 179

und ein alternativer Ansatz
www.bestattung-himmelblau.at
Tel. 01-3615000

*) Gemeint ist nicht der verstorbene Mann, sondern der verstorbene Mensch. Dieser Text behandelt Frauen und Männer gleich. Das muss sich meiner Meinung nach aber nicht in holprigen sprachlichen Formen („der Verstorbene / die Verstorbene“) äußern.